{"id":20,"date":"2011-05-27T12:23:24","date_gmt":"2011-05-27T10:23:24","guid":{"rendered":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/?p=20"},"modified":"2022-11-24T20:47:25","modified_gmt":"2022-11-24T19:47:25","slug":"die-quelle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/die-quelle\/","title":{"rendered":"Die Quelle"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_55\" style=\"width: 279px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/die-quelle\/kostbarkeiten\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-55\" class=\"wp-image-55\" src=\"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Kostbarkeiten-210x300.jpg\" alt=\"Kostbarkeiten\" width=\"269\" height=\"379\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-55\" class=\"wp-caption-text\">Wasser ist unser Lebenselexir &#8211; es wird Kriege darum geben.<\/p><\/div>\n<blockquote><p>Mai 2011<br \/>\nTrocken &#8211; bl\u00e4st der Wind<br \/>\nStaubig &#8211; rinnt der Bach<br \/>\nWasser &#8211; gibts nur tief<br \/>\nWie lange noch?<\/p><\/blockquote>\n<p>Langsam, Schritt f\u00fcr Schritt geht sie die Furche entlang, die Rute gerade vor sich <!--more-->und mit voller Konzentration. Ihre Kapuze hat sie tief ins Gesicht gezogen damit die tief stehende Sonne sie nicht blendet. Hier unten im Grund des gro\u00dfen Grabens ist es noch hei\u00dfer als auf der Ebene, \u00fcber die ab und zu ein leichter Wind geht. Eine kleine Eidechse huscht an ihr vorbei. Aufmerksam verfolgt sie deren Weg. In angemessener Entfernung verharrte die Echse regungslos auf einem Stein. Die flirrende Luft scheint zu stehen. Ira wendet sich wieder ihrem Weg zu. Diese kurze Zeitspanne von weniger als 2 Stunden kurz vor dem Sonnenuntergang, ist die Zeit in der die gr\u00f6\u00dfte Chance auf Erfolg besteht und den braucht sie dringend. Die Siedler warten nun schon mehr als einen Mond darauf und w\u00fcrden sich sicherlich nicht l\u00e4nger vertr\u00f6sten lassen.<\/p>\n<p>Nur ja keine Schwingung unbemerkt lassen, keine Regung, keinen Ausschlag verpassen. Selbst wenn es nur ein Rinnsal ist, das tief unten l\u00e4uft, sie muss es finden. Einst soll hier ein gro\u00dfer Strom geflossen sein. So sagt es die Legende. Dann spuckte der Marlaak im S\u00fcden feurige Steine in das Bett des Stroms und der Strom versiegte. Es gibt Stimmen die sagen der Strom w\u00e4re nicht versiegt, er w\u00e4re nur in die Tiefe der Erde getaucht<br \/>\nund k\u00e4me an anderer Stelle wieder hervor.<br \/>\nSeid Generationen haben die meisten Frauen in ihrer Familie diese Gabe, dieses Gesp\u00fcr f\u00fcr Wasser. Ihre Mutter war darin sogar eine Meisterin. Leider war sie viel zu fr\u00fch gestorben und konnte ihre Tochter nicht mehr richtig anleiten. Allerdings hatte sie nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie \u00fcberzeugt war, dass ihre Tochter die Gabe auch hat. Woher sie diese Sicherheit nahm wei\u00df niemand. Nun muss Ira aus dem wenigen, dass sie als Kind aufgenommen hatte, ihren eigenen Weg finden. An eines kann sie sich aber noch sehr gut erinnern: Ihre Mutter suchte am liebsten nach dem gro\u00dfen Regen. Dann, so sagte sie, w\u00e4ren die unterirdischen Adern voll und das Wasser deutlicher zu sp\u00fcren. Da der gro\u00dfe Regen in diesem Jahr aber bereits \u00fcber zwei Monde auf sich warten l\u00e4sst und das Wasser fehlt, blieb ihr nichts anderes \u00fcbrig, als auf Suche zu gehen. Auch wenn sie Angst hat zu versagen. Wie w\u00fcrde das Dorf es aufnehmen? W\u00fcrden Sie sie davon jagen? Nein, wohl kaum, aber ihre Unabh\u00e4ngigkeit w\u00fcrde sie bestimmt verlieren. Ohne die Gabe w\u00e4re sie nur eine, nicht einmal sonderlich h\u00fcbsche, junge Frau im heiratsf\u00e4higen Alter, wie viele andere auch.<\/p>\n<p>Tief in ihre Gedanken versunken, hat sie M\u00fche das leichte Zittern der Rute einzuordnen. Ist es ihre Angst vor dem erneuten Scheitern oder ist dieses Vibrieren ein Ausschlag? Sie atmet tief durch und h\u00e4lt die Rute ganz leicht. Doch! Es ist ein leichter Ausschlag. Schnell nimmt sie den Spaten und gr\u00e4bt. Nach etwa einem halben Meter wird der Boden dunkler. Sie nimmt eine handvoll davon, reibt ihn und riecht an ihm. Ihr Herz schl\u00e4gt schneller. Ja! Da ist eine leichte Feuchtigkeit. Nicht viel, aber genug f\u00fcr sie um es wahrzunehmen. Sie gr\u00e4bt weiter und st\u00f6\u00dft nach wenigen Spatenstichen auf Widerstand. Ein Stein? Sie gr\u00e4bt daneben ? das gleiche und zur anderen Seite ebenso. Nach und nach legt sie das Hindernis frei. Seltsam rund ist es und gleichm\u00e4\u00dfig geformt. Glatt und doch auch mit seltsamen gleichm\u00e4\u00dfigen Riefen durchzogen, fast wie N\u00e4hte. Sie ber\u00fchrt diesen merkw\u00fcrdigen Stein. Es ist eindeutig, er ist leicht feucht. Jetzt braucht sie Hilfe, denn das Ding ist zu hart f\u00fcr sie, um allein und nur mit dem Spaten weiter zu kommen. Sie sucht mehrere gro\u00dfe Steine zusammen und t\u00fcrmt sie in dem Loch auf. Auf dem Heimweg merkt sie sich noch genau den Weg zu der Grabungsstelle. Morgen w\u00fcrde sie mit einigen Leuten aus dem Dorf wieder kommen um weiterzugraben, und sie betet: Heilige gro\u00dfe Mutter! Lass es eine richtige Quelle sein?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mai 2011 Trocken &#8211; bl\u00e4st der Wind Staubig &#8211; rinnt der Bach Wasser &#8211; gibts nur tief Wie lange noch? Langsam, Schritt f\u00fcr Schritt geht sie die Furche entlang, die Rute gerade vor sich<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":55,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[8,10,9],"class_list":["post-20","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kurzgeschichten","tag-kurzgeschichte","tag-utopie","tag-wasser"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":320,"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20\/revisions\/320"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/artemys.de\/kunstgeschichten\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}